• zeilingermonika

Mein Yogaweg - Reflexionen zum Jahresbeginn 2022


Virabadhrasana II - Krieger 2, Kraft, Anmut, Lebensfeuer, zielgerichtet und ausdauernd

? Yoga als Weg, was bedeutet das für mich

? Hat sich die Bedeutung für mich im Laufe der Zeit verändert

? Über die nun schon 17 Jahre, in denen ich praktiziere

? Wie hat sich der körperliche Aspekt des Yoga für mich verändert

? Und was hat Yoga mit meinem Leben gemacht

? Und wie hat mir Yoga gedient, mein Leben in die positive Richtung zu verändern

? Meine Persönlichkeit zu transformieren und mich mehr Facetten meiner Selbst erkennen und leben zu lassen

? Meinen Blickwinkel zu weiten, mitfühlender mit mir selbst und somit auch mit meinen Liebsten und noch weiter mit meinen Teilnehmern, Menschen, die mir begegnen usw. zu sein

Ich kann nur lehren, was in mir ist, dann bin ich authentisch und glaubwürdig. Außerdem hat mich Yoga und vorallem mein Leben gelehrt, dass sich Ehrlichkeit immer auszahlt und der einzige Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben ist. Im Yoga nennt man das SATYA (Wahrhaftigkeit) und ist eines der 5 Yamas - 5 Weisheiten wie du mit dir selbst umgehen solltest (übersetzt Selbstkontrolle). Diese 5 Yamas werde ich in einem anderen Blog jedes Monat vorstellen und näher erläutern bzw. alltagstauglich übersetzen.

Seit meiner Kindheit bin ich spirituell inspiriert und von einem tiefen Glauben erfüllt, nämlich dem Glauben an das Gute, an das Licht in jedem Menschen, mag er auch noch so finster erscheinen. Somit sind die Verhaltensregeln im Yoga mir selbst und anderen gegenüber (5 Yamas und 5 Niyamas) für mich nicht befremdlich, denn ich denke, wenn man sich dafür entscheidet ein liebevoller, fühlender Mensch zu sein, ergibt sich das ganz von alleine.

Zurück nun zu meinen Fragen und der Wahrhaftigkeit - Wahrheit - SATYA. Um ganz ehrlich zu sein, Yoga hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt, kein Stein ist auf dem anderen geblieben, wenn ich 17 Jahre zurückschaue. Zugegeben das ist immer so, Leben bedeutet nun einmal permanente Veränderung. Aber im Gegensatz zu früher hat mich Yoga gelehrt diese als Chance zum Wachsen anzunehmen, als Herausforderung, die mir als Kraft dient und so hab ich den besten Nährboden für meine ganz persönlichen Wunder, bzw. Erfüllung meiner Träume gesät.

"Du wirst ernten, was du säst". Diesem Sprichwort kann ich zu hundert Prozent beipflichten. Im Yoga verwenden wir auch den Begriff Karma. Und unser Karma können wir nicht belügen, das funktioniert nur mit Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, SATYA.

Yoga hat mir geholfen, der Mensch zu werden, der ich sein kann und auch wirklich sein mag. Völlig ungeschminkt, unverfälscht, ehrlich, liebevoll, mitfühlend, geduldig (zumindest probiere ich es), und aus ganzem Herzen und voll Leidenschaft lebend, liebend und arbeitend.

Das alles wäre vor Yoga für mich als angepasste, streng erzogene, ehemalige Klosterschülerin undenkbar gewesen. Zu eng war mein Denken, zu eingefahren meine Glaubenssätze, mein Sicherheitsbedürfnis war größer als mein Drang zu leben.

Dadurch wurde ich mit der Zeit krank, nicht wirklich körperlich, dafür aber geistig. Gezeigt hat sich das in Panikattacken, die immer dann auftraten, wenn meine Angst (bedeutet Enge) vor dem Leben größer war als die eigentlich vermutete vor dem Tod.

Yoga praktizieren und darauffolgend viele Jahre später meine Ausbildung zur Yogalehrerin haben mir den Weg aus der Enge gezeigt, mir Weite geschenkt und mich direkt in mein Herz geführt, den Ort in meinem Leben, wo ich ganz und gar authentisch bin, verbunden mit allem und WIRKLICH zu Hause.

Meistens beginnt unser Yogaweg, weil wir an unserem Körper arbeiten wollen oder oft auch sollen, weil wir zb Probleme mit unserem Rücken haben oder andere körperliche Einschränkungen. Manchmal sind auch seelische Beschwerden wie in meinem Fall plötzlich auftretende Panikattacken, Depressionen, Burnout... der Grund für ein Umdenken und den Griff zur Yogamatte. So finden viele Teilnehmer den Weg zu mir ins Yogastudio und bemerken nach einer mühevollen Anfangszeit, wie sich allmählich so ein Wohlgefühl einstellt, im Yoga nennen wir das SATTVA (Zufriedener Grundzustand). Dieser lässt uns mehr bei uns selbst sein, mehr spüren, uns selbst erforschen und zeigt uns unverblümt unsere Gedankenwelt und den Ursprung unserer Probleme. Damit können wir nicht mehr wegschauen und mit dem Finger auf andere zeigen, sondern erkennen, dass all unsere Freude und unser Leiden in unserem Denken zu finden ist und wir selbst dafür verantwortlich sind.

In meinem Fall war es so, dass ich in der Yogaphilosophie soviele hilfreiche Techniken und eine so große Unterstützung fand, denn sie ist so liebevoll und heilsam für unseren Geist, dass sich meine Panikattacken nach und nach beruhigten, denn mein Nervensystem fing an sich zu regenerieren durch diese bewusste Wahrnehmung, der tiefen, achtsamen Atmung und den positiven Affirmationen.

Dieser Prozess geschah nicht von heute auf morgen, aber durch kontinuierliche Arbeit, unablässiges Üben (Abhyasa) und Selbstdisziplin (Tapas - auch inneres Feuer) hab ich es geschafft und mehr noch, heute bin ich ein rundum glücklicher, zufriedener Mensch und daran arbeite ich jeden Tag.

Da ich weiß wie groß das Leiden sein kann und wie oft man bei der Hilfesuche auf taube Ohren trifft, schreibe ich diesen Blog. Denn mich haben die Geschichten von anderen Menschen auch immer inspiriert und weitergebracht auf meinem Weg. Vielleicht hilft dir ja auf deinem Weg eine meiner Erfahrungen, die du mit deinen kombinierst, denn letztlich machen wir alle unsere eigenen und schreiben unsere individuellen Geschichten. Am spannendsten fand ich immer die Biographien von Menschen, die ihre ureigene Kraft wiedergefunden haben und ihre Art dorthin zu gelangen.

Ich freue mich auf deine Geschichte und bin gerne da, wenn du Unterstützung brauchst, deine Kraft wieder zu finden, um dein ganzes Potential in diese Welt zu bringen. Dein ureigenes Wesen - Sat Chit Ananda Murtaye

Fortsetzung folgt...

Herzliches Namasté

Monika