• zeilingermonika

Yoga abseits der Matte

Yogaphilosophie ins Hier und Jetzt gebracht



5 YAMAS und 5 NIYAMAS

Wie gehe ich mit mir und meinen Mitmenschen um?

Jeweils 5 Verhaltensregeln für den Umgang mit dir selbst und anderen hält Yoga bereit und wenn wir beginnen diese achtsame Umgangsweise in die Welt hinauszutragen, verändert sich in uns und unserem näheren Umfeld ganz viel und so wird das Licht und das Gute in uns genährt und vervielfacht.

5 YAMAS:

-) Satya - Wahrheit

-) Ahimsa - übersetzt: nicht verletzen, Gewaltlosigkeit

-) Asteya - übersetzt: nicht stehlen, Achtung und Respekt vor dem Eigentum anderer

-) Brahmacharya - Bescheidenheit

-) Aparigraha - übersetzt: nicht zugreifen, Grenzen wahren

Im Monat Jänner beginne ich wie schon im vorigen Blog erwähnt, mit dem YAMA:

SATYA - Wahrheit, Wahrhaftigkeit:

?Wie sehr lebe ich nach meiner Wahrheit und was bedeutet das überhaupt

?Was ist meine Wahrheit und wie erkenne ich sie

?Wie erkenne ich an anderen, dass sie nicht nach ihrer Wahrheit leben

?Wie drückt sich das aus

?Was macht das mit mir, wenn ich wahrhaftig, mir selbst treu bleibend, lebe

?Wie vermittle ich meine Wahrheit und beachte, so gut ich kann, niemanden damit zu verletzen


Wir leben in einer Welt, in der die Wahrheit des Lebens oft nicht gesehen und gelebt wird, nämlich das Wissen um die Verbundenheit mit allem um uns herum, unsere einzige Wahrheit - die Liebe. Dalai Lamah sagt: "Liebe ist die einzige Religion".

Doch ist es in unserer heutigen industrialisierten, materiellen Welt oft so, dass die Gier nach Macht und Geld, einige Menschen betrügen und belügen lässt, um noch mehr Einfluss zu bekommen. Das zeigt sich in vielen Bereichen wie der Politik, der Kosmetikindustrie, Werbung..., dass der Schein und die Illusion regieren und verkauft werden, und den größten Einfluss haben. Weil viele Menschen sich selbst verloren haben in diesem Schleier (Maya) und nicht mehr wahrnehmen, was sie wirklich sind und brauchen. Dadurch werden sie unzufrieden, ängstlich und in weiterer Folge manipulierbar und manchmal auch krank, denn Krankheit ist ein Weckruf des Körpers, dass man nicht seiner Wahrheit gemäß lebt und seinem Seelenruf nicht Folge leistest (Mantra: Sat Nam - ich bin Wahrheit). Damit zeigt uns unser intelligentes System immer den richtigen Weg.

Tatsächlich sind wir alle vollkommene Wesen und miteinander verbunden, das verlieren leider einige Menschen aus den Augen (Avidya heißt nicht sehen - einer der 5 Hindernisse am spirituellen Weg). So bemerken sie dann nicht, dass sie sich am meisten selbst belügen, manchmal auch nur um zu gefallen mit künstlich verjüngertem Aussehen zum Beispiel oder technischen Hilfsmitteln, um das Alter zu kaschieren oder zu verheimlichen. Dabei wäre all das nicht notwendig, denn älter werden kann auch bedeuten, dass man etwas zu sagen hat, etwas erlebt hat, und im besten Fall daran gewachsen ist. Wunderschön finde ich es zu sehen, wenn jemand mit offenem Herzen lebt, seiner Wahrhaftigkeit getreu. Diese Menschen strahlen von innen heraus, ihr Lächeln, ihre Augen haben etwas Liebevolles, Magisches und ihre Sprache lässt dich ihre Weisheit erahnen. Ihr Humor zieht dich automatisch in seinen Bann. Sie sind bescheiden, völlig unaufdringlich und trotzdem so etwas von präsent. Das ist Energie, die spürbar ist, denn sie ist ehrlich, wahrhaftig und authentisch, das ist schön, macht Mut und schenkt uns Hoffnung. Die vielen Masken hingegen machen Angst. Lügen und Betrügen macht uns unglücklich, unzufrieden und innerlich leer und vorallem am meisten die Menschen, die es tun. Niemand lügt und betrügt, weil er es gerne macht, sondern weil sein inneres Kind nach Aufmerksamkeit und weiter nach Liebe sucht und weil dieses hungrige, suchende Kind nur im Aussen ist, und nicht bei sich selbst nachschaut. Darum weint es innerlich und äußerlich legt es sich eine Fassade zurecht, die immer dicker wird und fester und die zarte weiche Seele und das lechzende Herz verschließt. Alles wird eng und Enge erzeugt Angst und so verschließen sich diese Menschen mehr und mehr um sich noch mehr zu schützen, ein nie enden wollender Kreislauf. Bis dann alles nur noch eine oft bröckelnde Fassade wird, weil die Lüge keinen festen Boden hat. So sehen diese Menschen dann auch im Gesicht aus, irgendwann hat diese Betrügerei keine Substanz mehr, denn die Masken fallen und die Wahrheit wird sichtbar, und das macht noch einsamer, noch verschlossener. Der einzige Weg aus dieser Negativspirale ist unsere größte uns innewohnende Kraft, die einzige Wahrheit und das ist die LIEBE.

Liebe lässt auch achtzigjährige Menschen strahlen. Umarmen, küssen, nette, liebevolle Worte, lächeln, gemeinsam kochen, lachen, reden, gehen... schenkt uns Energie - PRANA - Lebensenergie, lässt uns motiviert aufstehen früh morgens und neue Dinge lernen auch im hohen Alter. Das bedeutet deiner eigenen Wahrhaftigkeit - SATYA gemäß zu leben. Wenn du dich traust, Mut fasst und aufstehst, um für dich und deine Wahrheit einzustehen und bei dir selbst genau nachschaust, wie es sich anfühlt die Panzer, die um dein Herz gewachsen sind, zu sprengen und dich wieder ohne wenn und aber und tausend Schutzmaßnahmen auf die Liebe und die vielen Wunder, die sich dir tagtäglich präsentieren, einzulassen, dann wirst du neu auferstehen und verstehen, was Leben nach der eigenen Wahrheit wirklich bedeutet.

Ich kann das alles schreiben und behaupten, weil ich es selbst erlebt habe. Diesen Unterschied - Viveka - zu erkennen was wirklich wahrhaftig ist und was ein Schein, eine Illusion ist, hat mich der Yogaweg gelehrt. Natürlich gibt es viele Wege dorthin, aber ich habe mir diesen ausgesucht, denn er hat am besten funktioniert, meine Seele wieder zu heilen, den natürlichen Zustand von Gesundheit wiederherzustellen. Durch beständiges Üben (Abhyasa) und Hingabe (Bhakti) und großer Freude hab ich es geschafft und so begleite ich gerne Menschen auf diesem Weg, mit unterrichten, schreiben, philosophieren.., das erfüllt mich und lässt mich die Verbindung (Yoga heißt sich verbinden, anjochen) hautnah spüren.

So möchte ich euch für dieses 1. Yama eine Anleitung zur Meditation geben, damit ihr bei euch selbst nachspüren könnt, wenn euer Interesse geweckt wurde.

Meditation:

Schenke dir selbst ein paar Minuten, um in die Stille zu kommen, atme tief ein und aus und komm mit jedem Atemzug bei dir selbst an. Nimm deinen Körper wahr, wie er sich jetzt genau in diesem Moment zeigt. Schenke dir eine liebevolle Umarmung und signalisiere dir selbst, dass du dich genauso annimmst und liebst wie du bist. Du bist wunderbar, vollkommen in deiner Einzigartigkeit und verbunden mit allen Menschen um dich herum. Stell dir das Meer vor, und den Wellengang, wie aus jeder Welle winzige Wassertröpfchen spritzen, du bist der Wassertropfen und gleichzeitig die Welle und das Meer. Bleib in dieser Vorstellung einige Minuten, am Anfang genügt eine Minute und dehne die Meditation allmählich aus.

Das Mantra dazu lautet: SAT NAM - ich bin Wahrheit, wiederhole das mindestens 3 mal - und wenn du eine bewegte Meditation bevorzugst, dann führe deine Hände vor deinem Herzen zueinander, lege deine Daumen am Brustbein ab, atme tief in den Bauch ein (SAT - Wahrheit) und mit der Ausatmung bringe deine Arme schulterhoch zur Seite, Handflächen drücken wie gegen einen imaginären Widerstand (NAM - ich bin) und einatmend wieder vors Herz, wiederhole diese Bewegung bewusst und relativ rasch ca. 25 mal, spüre dann für ein paar Atemzüge nach und komme wieder langsam zurück, strecke und dehne dich nochmal ganz genüsslich und bedanke dich bei dir selbst.


Bis bald,

ein herzliches Namasté

und viel Freude beim Üben